Papst Benedikt XVI. besucht Holocaust-Gedenkstätte
Jerusalem (dts) – Papst Benedikt XVI. hat am Montag Israel besucht. Das Land ist die zweite Station seiner einwöchigen Nahostreise. In Jerusalem besuchte der Papst die Gedenkstätte Yad Vaschem, legte dort eine Kranz nieder und gedachte in einer Rede der Opfer des Holocaust. In seiner kurzen und auf Englisch gehaltenen Rede sprach Benedikt XVI. davon, dass die Opfer ihr Leben verloren hätten, aber nicht ihren Namen. Er sei dankbar für die Gelegenheit, an diesem Ort den Opfern gedenken zu dürfen. Die Rede des Papstes löste in Israel teilweise heftige Kritik aus. So bemängelte Oberrabbiner Israel Meir Lau, dass Benedikt XVI. weder Verantwortliche für den Holocaust namentlich genannt noch eine Entschuldigung ausgesprochen habe. Darüber hinaus verlor der Papst auch kein Wort über die Rolle der Kirche bei der Judenvernichtung. Der Israel-Besuch galt bereits von vornherein als heikel, da im angrenzenden Holocaust-Museum Benedikts Vorgänger Pius XII. als Oberhirte dargestellt wird, der nicht genügend gegen die Juden
verfolgung getan habe. Zu Beginn des Jahres hatte es zudem Spannungen zwischen dem Vatikan und den Juden gegeben, weil der Papst die Exkommunikation des Holocaust-Leugners Richard Williamson aufgehoben hatte.
(C) dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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